Elterngeld & Elternzeit: Das musst du wissen

February 18, 2026 von Lisa Ceglia

Die Geburt eines Kindes verändert das Leben in vielerlei Hinsicht – auch finanziell und beruflich. Um Eltern in dieser aufregenden, aber oft herausfordernden Zeit zu unterstützen, gibt es in Deutschland Elterngeld und Elternzeit. Doch was genau bedeuten diese Begriffe? Welche Möglichkeiten haben Mütter und Väter, um sich intensiv um ihr Kind zu kümmern, ohne auf eine gewisse finanzielle Absicherung zu verzichten? In diesem Artikel erfährst du alles, was du zu diesen Themen wissen musst.


Elterngeld – finanzielle Unterstützung für die ersten Monate

Elterngeld ist eine staatliche Leistung, die Eltern dabei hilft, den Verdienstausfall nach der Geburt eines Kindes teilweise auszugleichen. Es ermöglicht Müttern und Vätern, sich Zeit für ihr Kind zu nehmen, ohne sofort in den Berufsalltag zurückkehren zu müssen.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Varianten des Elterngeldes: das Basiselterngeld, Elterngeld Plus und den Partnerschaftsbonus.

Das Basiselterngeld wird für maximal zwölf Monate gezahlt. Falls sich beide Elternteile die Elternzeit aufteilen, können insgesamt 14 Monate genutzt werden. Dabei kann jeder Elternteil mindestens zwei und höchstens zwölf Monate beantragen. Diese Variante ist besonders beliebt, wenn ein Elternteil komplett für einige Monate zu Hause bleiben möchte, bevor die Rückkehr in den Beruf ansteht.

Das Elterngeld Plus bietet eine flexiblere Alternative, da die ausgezahlte Summe geringer ausfällt, aber dafür doppelt so lange in Anspruch genommen werden kann. Das heißt, wer sich für diese Variante entscheidet, kann bis zu 24 Monate Elterngeld beziehen. Dies ist besonders für Eltern interessant, die während der Elternzeit in Teilzeit arbeiten und dennoch eine finanzielle Unterstützung erhalten möchten.

Der Partnerschaftsbonus belohnt Eltern, die sich gemeinsam die Betreuung des Kindes aufteilen. Wenn beide Elternteile für mindestens vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten, gibt es zusätzliche vier Monate Elterngeld Plus. Diese Regelung soll Mütter und Väter ermutigen, die Betreuung gleichmäßiger aufzuteilen und so eine bessere Balance zwischen Familie und Beruf zu schaffen.

Die Höhe des Elterngeldes hängt vom Nettoeinkommen der Eltern ab. In der Regel beträgt die Unterstützung zwischen 65 % und 67 % des vorherigen Einkommens. Der Mindestbetrag liegt bei 300 €, während der Höchstbetrag auf 1.800 € pro Monat begrenzt ist. Wer vor der Geburt eines Kindes kein eigenes Einkommen hatte, erhält automatisch den Mindestbetrag.


Elternzeit – Zeit für die Familie ohne Jobverlust

Neben dem Elterngeld gibt es auch die Möglichkeit der Elternzeit – eine berufliche Auszeit, die es Müttern und Vätern ermöglicht, sich in den ersten Jahren intensiv um ihr Kind zu kümmern, ohne den Arbeitsplatz zu verlieren. Während dieser Zeit besteht ein besonderer Kündigungsschutz und das Recht, nach der Elternzeit wieder in den Beruf einzusteigen.

Die Elternzeit kann bis zu drei Jahre betragen und muss nicht am Stück genommen werden. Bis zu 24 Monate können sogar auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Lebensjahr des Kindes aufgeteilt werden. Dadurch haben Eltern die Möglichkeit, ihre Elternzeit flexibel an die Bedürfnisse ihres Kindes und ihrer Familie anzupassen.

Eltern können die Elternzeit in drei Abschnitte unterteilen. So ist es möglich, z. B. das erste Jahr komplett zu Hause zu bleiben, später noch einmal einige Monate zu nehmen, wenn das Kind in die Kita kommt, und einen weiteren Abschnitt für die Einschulungsphase aufzusparen. Diese Flexibilität macht die Elternzeit besonders attraktiv.

Während der Elternzeit besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Gehalt, jedoch können Elterngeld oder andere finanzielle Leistungen beantragt werden. Viele Unternehmen bieten ihren Angestellten zudem an, während der Elternzeit in Teilzeit zu arbeiten. Dadurch bleibt der Kontakt zum Beruf bestehen und der Wiedereinstieg fällt später leichter.


Tipps für eine optimale Planung

Die Kombination aus Elterngeld und Elternzeit bietet viele Gestaltungsmöglichkeiten, sodass jede Familie individuell planen kann. Um das Beste aus dieser Zeit herauszuholen, gibt es einige hilfreiche Tipps:

-Frühzeitig planen: Sprich rechtzeitig mit deinem Arbeitgeber über deine Elternzeit und deinen Wiedereinstieg. Der Antrag auf Elternzeit muss spätestens sieben Wochen vor Beginn eingereicht werden.

-Finanzen im Blick behalten: Überlege dir, welches Elterngeld-Modell am besten zu eurer familiären und finanziellen Situation passt. Nutze Elterngeldrechner, um eine genaue Vorstellung von der Höhe des Elterngeldes zu bekommen.

-Partnerschaftsbonus nutzen: Falls es möglich ist, dass beide Eltern in Teilzeit arbeiten, kann der Partnerschaftsbonus eine lohnenswerte Option sein.

-Flexibilität einplanen: Falls du dir nicht sicher bist, ob du die gesamte Elternzeit auf einmal nehmen möchtest, kannst du überlegen, einen Teil für eine spätere Phase im Leben deines Kindes aufzuheben.

Familienzeit bewusst gestalten

Elterngeld und Elternzeit sind wertvolle Instrumente, um frischgebackenen Eltern eine entspannte Zeit mit ihrem Kind zu ermöglichen, ohne finanzielle Sorgen haben zu müssen. Eine frühzeitige und gut durchdachte Planung hilft dabei, das Beste aus dieser besonderen Phase herauszuholen. Ob du das klassische Basiselterngeld, Elterngeld Plus oder eine Kombination aus beiden wählst – wichtig ist, dass es zu euren individuellen Bedürfnissen und eurem Familienalltag passt. Nutze diese Zeit bewusst, um die wertvollen ersten Monate mit deinem Kind in vollen Zügen zu genießen!